Hokkaido-Kürbisse ziehen Sie ab Ende April auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vor und pflanzen sie im Mai nach den Eisheiligen aus. Eine Direktsaat ins Beet ist ab Mai möglich. Das empfiehlt das Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL). Die Pflanze braucht je nach Sorte ein bis drei Quadratmeter an einem vollsonnigen Platz, reichlich Nährstoffe und gleichmäßig Wasser. Frost verträgt sie nicht. Reif ist der Hokkaido nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) etwa drei Monate nach der Aussaat.
Wann säen und pflanzen?
Das BZL rät, Kürbisse ab Ende April vorzuziehen, mit einer Saattiefe von zwei Zentimetern. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nennt in einer älteren Broschüre Mitte bis Ende April, einen kleinen Topf je Samen, damit das spätere Pikieren entfällt, und eine Saattiefe von zwei bis vier Zentimetern. Die Mindestkeimtemperatur liegt dort bei 10 Grad Celsius. Vorgezogene Pflanzen kommen nach dem BZfE tagsüber zur Abhärtung nach draußen und werden nach den Eisheiligen ab Mitte Mai an ihre Stelle gesetzt. Ein Schneckenkragen schützt die zarte Pflanze anfangs vor Fraßfeinden.
Wer direkt ins Beet sät, wartet auf die Zeit nach den letzten Frösten, also Mitte Mai. Die Vorkultur lohnt sich nach der Landwirtschaftskammer, weil die kräftigen Jungpflanzen früher ernten lassen.
Welcher Standort ist richtig?
Das BZfE nennt einen sonnigen, windgeschützten Platz mit reichlich Nährstoffen im Boden. Das kann neben dem Komposthaufen sein oder in einem mit Kompost oder Dünger vorbereiteten Beet. Die Landwirtschaftskammer empfiehlt einen tiefgründigen, humosen, durchlässigen und warmen Boden. Je mehr Sonne die Pflanze bekommt, desto besser sind Ausfärbung, Aroma und Geschmack. Als Beetvorbereitung nennt das BZL etwa drei Liter Kompost je Quadratmeter. Die Landwirtschaftskammer rechnet mit 3,5 Kilogramm Kompost oder verrottetem Pferdemist und 50 bis 80 Gramm Hornspänen je Quadratmeter. Beide Angaben sind Richtwerte, die Quellen weichen voneinander ab.
Kürbisse sind nach der Landwirtschaftskammer mit sich selbst und allen anderen Kürbisgewächsen unverträglich, also auch mit Gurken und Melonen. Sie empfiehlt einen vierjährigen Fruchtwechsel auf dem Beet und eine Fläche, auf der zuvor Gründüngung stand. Eine bewährte Nachbarschaft sind Mais und Bohnen, mit denen sich die tief wurzelnden Kürbisse nach dem BZL gut kombinieren lassen.
Wie viel Platz braucht ein Hokkaido?
Das BZL gibt ein bis drei Quadratmeter je Pflanze an, die Landwirtschaftskammer für rankende Sorten 1,5 bis 2 Quadratmeter. Betriebe pflanzen zwar rund 15.000 bis 20.000 Stück je Hektar dicht nebeneinander, um handliche Früchte von einem bis eineinhalb Kilogramm zu ernten (BZfE). Das ist Erwerbsanbau, für den Garten gelten die größeren Flächen. In einem Öko-Versuch der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern mit den Sorten Red Kuri und Uchiki Kuri brachten Abstände von 75 und 100 Zentimetern in der Reihe bei 1,5 Meter Reihenabstand gleich gute Erträge. Bei 50 Zentimetern fiel der Ertrag niedriger aus. Die Forscher empfehlen 1,5 mal 1,0 Meter. Rankende Sorten brauchen nach dem BZfE einen Zaun oder eine Rankhilfe, sonst breiten sie sich am Boden aus. Platzsparend ist ein Spalier, schwere Früchte lassen sich laut BZL mit Netzen sichern.
Hokkaido im Topf oder Kübel anbauen
Das BZfE schreibt: Für kleinfrüchtige Sorten reicht auch ein Kübel, und je größer er ist, desto seltener muss gegossen werden. Das BZL nennt vor allem kleinfrüchtige Kürbisse für den Kübel und empfiehlt, dem Gießwasser zweimal wöchentlich Flüssigdünger zuzusetzen. Ob der Hokkaido ausdrücklich dazugehört, sagen die Quellen nicht. Das BZL beschreibt die meisten Hokkaido-Varianten mit einem Gewicht von 0,5 bis 1,5 Kilogramm als handlich. Eine belastbare Angabe zur nötigen Topfgröße in Litern ließ sich bei Behörden, Kammern und Gartenakademien nicht finden.
Eigene Samen und Zierkürbisse
Gewinnen Sie Samen aus der eigenen Ernte nur, wenn keine Zierkürbisse in der Nähe wachsen. Das BZfE erklärt, dass Kreuzungen mit Zierkürbissen bittere und giftige Nachkommen hervorbringen können. Die direkt daraus entstehenden Früchte schmecken noch normal, erst die Nachkommen aus den Samen sind betroffen. Insekten tragen Pollen über bis zu einen Kilometer. Das BZfE rät, jedes Jahr neues Saatgut oder Setzlinge im Fachhandel zu kaufen. Besonders betroffen ist der Gartenkürbis (Cucurbita pepo) mit Zucchini und Spaghettikürbis. Für Hokkaido, Butternut und Muskatkürbis sieht das BZfE keine Gefahr. Mehr zur Art im Artikel Hokkaido, Butternut und Muskat. Probieren Sie vor dem Kochen immer ein kleines rohes Stück, wie im Artikel Hokkaido giftig oder bitter beschrieben. Das BZL nennt dafür das Drittel unter dem Stielansatz.
Wie geht es nach der Pflanzung weiter?
Um Düngen, Gießen, Bestäubung und die Frage, ob Sie Triebe kürzen sollten, geht es im Artikel Hokkaido pflegen. Wann der Kürbis geerntet wird, steht im Artikel Hokkaido ernten.
Quellen und weiterführende Links
- BZfE: Kürbisse: Auf dem Acker
- BZfE: Kürbisse: Von der Ernte in den Handel
- BZfE: Bittere Kürbisse und Zucchini nicht essen
- BZL: Kürbisse aus dem eigenen Garten
- Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Rund um den Kürbis (Broschüre)
- Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern: Auswirkung unterschiedlicher Standweiten auf den Ertrag von Hokkaido-Kürbis