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Hokkaido-Kürbis ernten: Erntezeit und Reife erkennen

Ein Hokkaido ist reif, wenn der Stiel eintrocknet und am Ansatz feine Risse zeigt. Ernten Sie vor dem ersten Frost.

Ein Hokkaido ist erntereif, wenn der Stiel allmählich eintrocknet und sich am Ansatz feine Risse zeigen. Das nennen das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) und das Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL). Der Kürbis hat dann eine matte, feste Schale in der sortentypischen Farbe und einen verkorkten Stiel. Geerntet wird im Spätsommer oder Herbst und auf jeden Fall vor dem ersten Frost. Nach der Aussaat dauert es laut BZfE etwa drei Monate.

Woran Sie einen reifen Hokkaido erkennen

Die Quellen nennen mehrere Merkmale, die zusammen ein sicheres Bild ergeben. Der Stiel trocknet ein, verfärbt sich und verkorkt, am Ansatz bilden sich feine Risse. Die Schale ist matt, hart und lässt sich mit dem Fingernagel nicht mehr leicht einritzen. Beim Klopfen klingt ein reifer Kürbis hohl. Je besser ein Kürbis ausgereift ist, desto länger lässt er sich nach Angaben des BZfE lagern. Ein zu früh geernteter Winterkürbis ist dagegen laut Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nicht lange haltbar. Der Zeitpunkt spielt außerdem eine Rolle für Stärkegehalt und Geschmack.

Wann ist die Erntezeit?

Eine feste Kalenderwoche nennen die Quellen nicht, der Zeitpunkt hängt von Aussaat, Sorte und Wetter ab. Das BZfE rechnet bei Hokkaido mit etwa drei Monaten bis zur Reife. In einem Versuch der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2006 wurden die Pflanzen am 16. Mai ausgesät und vom 18. bis 20. September geerntet. Das ist ein Einzelfall im Bio-Anbau und keine Regel, zeigt aber, dass es in der Praxis auch länger dauern kann. Im Handel gibt es heimische Hokkaidos ab Ende August, die Hauptsaison reicht bis Februar. Das ist das Angebot im Handel und kein Erntefenster im Garten.

Vor dem Frost ernten

Kürbisse vertragen keinen Frost. Das BZL schreibt, dass auch die vergleichsweise robusten Winterkürbisse vor dem ersten Frost geerntet sein müssen, sonst wird das Fruchtfleisch weich und beginnt rasch zu faulen. Sind Temperaturen unter 5 Grad Celsius angekündigt, sollten alle Früchte geerntet werden. Kürbisse, die etwas Frost abbekommen haben oder noch nicht voll ausgereift waren, verarbeiten Sie am besten zeitnah. Gegen Ende des Sommers zeigt sich häufig Echter Mehltau als weißer Belag auf den Blättern. Die Landwirtschaftskammer bezeichnet das als normal.

So ernten Sie richtig

Schneiden Sie den Kürbis mit einem Messer ab und lassen Sie den Stiel an der Frucht. Die Landwirtschaftskammer warnt, dass sonst Fäulnisbakterien eindringen und der Kürbis nicht lagerfähig ist. Das BZfE betont ebenfalls, dass Stiel samt Ansatz unverletzt bleiben muss. Erzeuger schneiden die Früchte kurz oberhalb der Pflanze ab und sortieren beschädigte direkt aus. Auf dem Hof liegen die Kürbisse danach mindestens zwei Tage, bis Stiel und Schnittstelle trocken sind. Wie lange das im Garten dauert, ist nicht belegt.

Schon während der Reife sollten die Früchte nicht auf feuchter Erde liegen. Die Landwirtschaftskammer empfiehlt ein Brettchen unter den abreifenden Früchten, das BZL ein Brett oder eine Strohschicht, vor allem bei sehr großen Kürbissen.

Kann ein Hokkaido nachreifen?

Das BZfE schreibt, dass selbst geerntete Kürbisse in einem trockenen, warmen Zimmer oder im Gewächshaus nachreifen. Das Zeichen für die vollständige Reife ist die harte Schale, die sich mit dem Fingernagel nicht mehr leicht einritzen lässt. Danach lagert der Kürbis kühl. Die Landwirtschaftskammer nennt dafür 10 Grad Celsius. Wie viele Tage oder Wochen die Nachreifung dauert, geben die Quellen nicht an. Auch eine kurze Nachreifung im Lager halten die Fachleute in Mecklenburg-Vorpommern für möglich. Alles zur Lagerung steht im Artikel Hokkaido lagern.

Ist ein Hokkaido mit grünen Stellen oder gelber Schale reif?

Dazu ließ sich keine belastbare Angabe finden. Das BZfE nennt als Merkmal der Reife die sortentypische Farbe, und die Landwirtschaftskammer führt unter den Hokkaido-Sorten auch grün gestreifte, blaugrüne und goldgelbe auf. Eine grüne oder gelbe Schale ist also nicht automatisch ein Zeichen für Unreife, in vielen Fällen steckt eine andere Sorte dahinter. Mehr dazu im Artikel Sorten und Unterschiede. Verlassen Sie sich im Zweifel auf die übrigen Merkmale: Stiel, Schale, Klang. Bevor Sie einen Kürbis verarbeiten, probieren Sie ein kleines rohes Stück. Schmeckt er bitter, werfen Sie ihn weg, wie es im Artikel Hokkaido giftig oder bitter steht.

Quellen und weiterführende Links