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Hokkaido-Kürbis pflegen: Düngen, Triebe kappen, Ertrag

Gleichmäßig wässern und zur Blüte nachdüngen. Eine belegte Regel zum Triebe kappen beim Hokkaido gibt es nicht.

Ein Hokkaido braucht gleichmäßig Wasser und Dünger, sonst nichts Besonderes. Als Starkzehrer bekommt er laut Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL) zur Beetvorbereitung etwa drei Liter Kompost je Quadratmeter und zur Blütezeit sowie während der Fruchtentwicklung einen Nachschlag, etwa mit Brennnesseljauche oder Mineraldünger. Eine feste Regel, wann und wie stark Sie die Triebe kappen sollten, ließ sich in den Quellen der Behörden, Kammern und Gartenakademien nicht finden.

Wie oft gießen und düngen?

Nach dem BZL ist nach der Pflanzung lediglich auf eine gleichmäßige Wasserversorgung und die Düngergaben zu achten. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen schreibt in einer älteren Broschüre, dass Kürbisse zumindest bis zum Fruchtansatz viel Wasser brauchen und möglichst während der ganzen Kulturzeit gewässert werden sollten. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) nennt die Pflanze einen Starkzehrer, der ausreichend Dünger und Wasser benötigt.

Zur Menge gibt es nur wenige belegte Zahlen. Das BZL nennt für die Beetvorbereitung drei Liter Kompost je Quadratmeter. Die Landwirtschaftskammer arbeitet 3,5 Kilogramm Kompost oder verrotteten Pferdemist und 50 bis 80 Gramm Hornspäne oder Horngrieß je Quadratmeter ein. Für die Düngung im Sommer nennt das BZL keine Mengen. Im Kübel empfiehlt es, dem Gießwasser zweimal wöchentlich Flüssigdünger zuzusetzen. Wie oft Sie im Beet nachdüngen sollten, geben die Quellen nicht an.

Ein Öko-Versuch der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern gab dem Hokkaido 140 Kilogramm Stickstoff je Hektar, verteilt auf eine Gabe vor der Pflanzung und eine nach vier Wochen. Das ist eine Angabe für den Erwerbsanbau und lässt sich nicht auf den Garten umrechnen.

Soll man Triebe kappen?

Die Landwirtschaftskammer erwähnt das Kappen der Triebspitzen nur im Zusammenhang mit dem Anbau von Rekordkürbissen. Nach erfolgreicher Befruchtung werden die Triebspitzen gekappt, alle nachkommenden jungen Früchte ausgebrochen, bei nicht mehr als zwei Früchten je Pflanze. Das gilt für Wettbewerbs-Riesenkürbisse, die alle Nährstoffe in wenigen Früchten bündeln sollen. Für den Hokkaido, der 0,5 bis 1,5 Kilogramm wiegt, ließ sich bei Behörden, Kammern und Gartenakademien keine Regel finden, nach dem wievielten Blatt gekürzt werden soll. Wer Ratgebern mit Blattzahlen folgt, folgt damit keiner belegten Fachangabe.

Das BZfE beschreibt, dass die Betriebe 15.000 bis 20.000 Pflanzen je Hektar dicht nebeneinander setzen und der begrenzte Platz das Wachstum der Früchte von selbst reguliert. Platz ist also ein Hebel für die Fruchtgröße. Wie viel Platz Sie einplanen, steht im Artikel Hokkaido anbauen.

Warum blüht der Kürbis nur männlich?

Kürbisse sind einhäusig, tragen auf einer Pflanze aber getrennt männliche und weibliche Blüten. Die weiblichen erkennen Sie am kleinen Fruchtansatz, und sie müssen nach der Landwirtschaftskammer vorwiegend von Bienen bestäubt werden. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz beschreibt, dass sich in heißen Sommern überwiegend männliche Blüten entwickeln. Die wenigen weiblichen müssen von Insekten bestäubt werden, und selbst Profis setzen gezielt Hummelvölker ein. Fehlen Insekten, empfiehlt die Gartenakademie die Handbestäubung mit einem Pinsel. Die Landwirtschaftskammer beschreibt als Zeitpunkt in der Wettbewerbspraxis den Vormittag gegen 11 Uhr, wenn die Narbe weitgehend trocken ist. Dann wird der Blütenstaub einer männlichen Blüte mit dem Pinsel auf die weibliche übertragen. Zum Entfernen männlicher Blüten ließ sich keine belastbare Angabe finden.

Was hilft gegen Fäulnis und Mehltau?

Früchte, die auf feuchter Erde liegen, faulen leicht. Die Landwirtschaftskammer rät zu einem Brettchen darunter, das BZL zu einem Brett oder einer Strohschicht, besonders bei sehr großen Kürbissen. Schwere Früchte an Spalieren lassen sich mit Netzen sichern. Die flach wurzelnden Pflanzen sollten Sie nach der Landwirtschaftskammer unbedingt mulchen. Im Spätsommer tritt häufig Echter Mehltau auf, ein weißer Pilzbelag auf den Blättern. Die Kammer bezeichnet das als normal, und ansonsten gelten Kürbisse als relativ unempfindlich gegen Krankheiten und Schädlinge.

Wie viele Kürbisse trägt eine Pflanze?

Für den Hausgarten ließ sich keine belastbare Angabe finden. Im Öko-Versuch der Landesforschungsanstalt wuchsen bei der Sorte Red Kuri auf Standweiten von 75 und 100 Zentimetern in der Reihe etwa 28.500 und 27.800 marktfähige Früchte je Hektar. Daraus ergeben sich rechnerisch ungefähr drei bis vier Früchte je Pflanze. Das ist eine eigene Rechnung für einen Versuch auf einem Acker. Das Einzelgewicht lag bei etwa 1.000 Gramm. Zu dicht gesetzte Pflanzen brachten im Versuch weniger und kleinere Kürbisse, vermutlich wegen Nährstoff- und Lichtkonkurrenz. Wann die Früchte reif sind, steht im Artikel Hokkaido ernten.

Quellen und weiterführende Links