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Dürfen Meerschweinchen Hokkaido-Kürbis essen?

Nur in sehr kleinen Mengen, geschält und ohne Kerne. Tierärzte führen Kürbis unter bedingt geeignet. Zierkürbisse sind tabu.

Zwei Meerschweinchen knabbern an einem Stück Hokkaido-Kürbis auf Heu

Meerschweinchen dürfen Kürbis, aber nur in sehr kleinen Mengen und als Beigabe, nicht als Hauptfutter. Tierärztinnen und Tierärzte führen Kürbis in ihren Futterlisten unter „bedingt geeignet“. Er sollte geschält sein, die Kerne gehören entfernt, und Zierkürbisse sind tabu. Für die Hokkaido-Schale ließ sich keine tierärztliche Aussage finden.

Was sagen Tierärzte zu Kürbis?

In den Futterlisten für Meerschweinchen taucht Kürbis nicht bei den Gemüsesorten auf, von denen Tiere reichlich bekommen sollen. Die Heimtierärztin Dr. Jutta Hein führt ihn in der Gruppe „bedingt geeignet, nur in sehr geringen Mengen“ und merkt an, dass bei größeren Mengen Durchfall folgen kann. Die Tierarztpraxis Dr. Höch in Frankfurt ordnet Kürbis ebenfalls als bedingt geeignet ein, nur in sehr kleinen Mengen. Beide Praxen rechnen ihn zum Obst. Das Tiermedizinische Zentrum Emsdetten schreibt knapp: Kürbis immer schälen, Kerne entfernen und keine Zierkürbisse füttern.

Eine Mengenangabe wie „so und so oft pro Woche“ findet sich in den tierärztlichen Quellen nicht, und dieser Artikel erfindet keine. Wie viel Ihr Tier verträgt, klären Sie am besten mit Ihrer Tierarztpraxis.

Schale, Kerne und Zierkürbis

Über die Schale vom Hokkaido sagen die tierärztlichen Quellen nichts Eigenes. Das Tiermedizinische Zentrum empfiehlt, Kürbis immer zu schälen. Beim Menschen ist die Hokkaido-Schale essbar, das stellt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) fest, doch für Meerschweinchen lässt sich daraus nichts ableiten. Halten Sie sich an den tierärztlichen Rat und schälen Sie den Kürbis.

Kürbiskerne sind fettreich. Die Tierkliniken von AniCura und eine Heimtierpraxis schreiben, dass ölhaltige Saaten, Nüsse sowie Kürbis- und Sonnenblumenkerne viel Fett enthalten und ein Überschuss zu Durchfällen führen kann. Das passt zur Empfehlung, die Kerne zu entfernen.

Zierkürbisse enthalten giftige Bitterstoffe, die Cucurbitacine, und sind laut BZfE ungenießbar. Verfüttern Sie nur Kürbis, der ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichnet ist. Kaufen Sie ihn im regulären Handel und nicht „von privat“ oder aus unbekannter Herkunft. Das BZfE begründet das mit unbeabsichtigten Kreuzungen, durch die auch Speisekürbisse Bitterstoffe enthalten können. Schmeckt ein rohes Stück bitter, ist der ganze Kürbis ungenießbar. Mehr dazu im Artikel Ist Hokkaido giftig oder bitter.

Deckt Kürbis den Vitamin-C-Bedarf?

Meerschweinchen können Vitamin C nicht selbst bilden und sind auf die Nahrung angewiesen, das schreiben Heimtierärztin Hein und die Tierkliniken von AniCura übereinstimmend. Als gute Quellen nennt Dr. Hein grüne Pflanzen, Paprika, Karotten, Sellerie, Rote Beete und Petersilie. Kürbis steht in ihrer Liste nur in der Gruppe der Früchte, die nur in geringen Mengen gefüttert werden. Bei gesunder, ausgewogener Fütterung sei eine zusätzliche Gabe von Vitamin C nicht erforderlich. AniCura schreibt, der Bedarf werde bei artgerechter Fütterung problemlos gedeckt. Der Kürbis ist demnach kein Ersatz für Frischfutter, sondern allenfalls eine Abwechslung.

Wie führen Sie Kürbis ein?

Mehrere der genannten Praxen raten, neue Futtermittel zunächst nur in sehr kleinen Mengen anzubieten. Dr. Hein schreibt, Futterumstellungen sollten nur sehr langsam über Wochen erfolgen. Das Tiermedizinische Zentrum Emsdetten warnt, dass jede abrupte Veränderung mit Durchfall einhergehen kann. Das Grundfutter bleibt Heu, dazu kommt täglich Frischfutter. AniCura empfiehlt, Obst wegen des hohen Zuckergehalts nur als willkommene Abwechslung zu geben. Ob das für den Kürbis im Einzelnen gilt, sagt die Praxis nicht, aber Kürbis steht bei zwei Praxen in der Obstgruppe.

Wie es bei anderen Kleintieren aussieht, steht im Artikel Dürfen Kaninchen Hokkaido essen.

Quellen und weiterführende Links