
Eine allgemeine Freigabe lässt sich nicht aussprechen, weil dazu nur wenige tierärztliche Quellen vorliegen. Eine einzelne Tierarztpraxis nennt Kürbis, ausdrücklich auch den Hokkaido, eine gute Ergänzung zum Futter, und zwar gekocht oder gedämpft und ohne Gewürze, Salz und Öl. Zierkürbisse gehören nicht in den Hundenapf. Wo die Quellen schweigen, etwa bei der Schale oder den Kernen, verweist dieser Artikel an Ihre Tierarztpraxis.
Wie sollte Hokkaido für Hunde zubereitet sein?
Die Tierarztpraxis Grüne Aue aus Zeitz empfiehlt, Kürbis gekocht oder gedämpft zu füttern, ungewürzt und ohne Salz oder Öl. Er kann püriert oder in kleinen Stücken unter das Futter gemischt werden. Roh sei Kürbis schwer verdaulich, deshalb rät die Praxis davon ab, ihn roh zu geben. Wer keinen frischen Kürbis verarbeiten möchte, kann laut derselben Praxis auch zu ungesüßtem, reinem Kürbispüree aus dem Glas oder aus der Dose greifen.
Bei Kürbisgerichten für Menschen ist Vorsicht geboten. Die Praxis nennt als Beispiel Kürbissuppe mit Zwiebeln, die für Tiere giftig sei, und rät von gewürzten Kürbisgerichten ab. Das deckt sich mit der Fachdatenbank CliniTox der Universität Zürich: Die Küchenzwiebel zählt dort zu den stark giftigen Pflanzen, und ihre Giftstoffe werden durch Kochen nicht zerstört. Für den Hund gehört deshalb ein eigens zubereiteter, schlichter Kürbis in den Napf und nicht die Portion vom Familientisch.
Wozu ist Kürbis für Hunde gut?
Nach Angabe der Praxis liefert Kürbis Ballaststoffe, wenig Kalorien und wenig Fett. Sie nennt drei Einsatzfelder: Bei Verdauungsproblemen wie Durchfall oder Verstopfung wirkten die Ballaststoffe regulierend, bei Diäten zur Gewichtsreduktion mache Kürbis satt und liefere dabei wenig Energie, und bei Futtermittelunverträglichkeiten könne reiner Kürbis Teil einer Ausschlussdiät sein. Die Praxis betont zugleich, dass Kürbis kein Wundermittel ist, sondern ein Futterzusatz. Wie viel davon im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vom Hund ab.
Wie viel Hokkaido darf ein Hund fressen?
Eine belastbare Mengenangabe ließ sich nicht finden, und dieser Artikel nennt keine. Die Tierarztpraxis Grüne Aue schreibt nur, dass die Menge der Größe des Hundes anzupassen ist. Wie viel Kürbis für Ihren Hund passt, klärt die Tierarztpraxis. Wenn Ihr Hund an Diabetes oder einer anderen chronischen Erkrankung leidet, fragen Sie laut der Praxis vorher Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt.
Gefahr durch bittere Kürbisse und Zierkürbisse
Zierkürbisse enthalten Cucurbitacine, giftige Bitterstoffe. Das nennt die Tierarztpraxis als klaren Grund, sie nicht zu verfüttern, und das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) bezeichnet alle Zierkürbisse als ungenießbar. Im Herbst liegen Speise- und Zierkürbisse im Handel oft nebeneinander. Verfüttern Sie nur Kürbis, der ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichnet ist.
Auch ein Speisekürbis kann in seltenen Fällen Bitterstoffe enthalten, nämlich nach unbeabsichtigter Kreuzung mit Zierkürbissen. Das BZfE rät deshalb, Kürbisse im regulären Handel zu kaufen und nicht „von privat“ oder aus unbekannter Herkunft. Es empfiehlt außerdem, vor der Zubereitung ein rohes Stück zu probieren. Schmeckt es bitter, ist der ganze Kürbis ungenießbar. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht einen ungewöhnlich bitteren Geschmack ebenfalls als Warnzeichen und berichtet, dass die gemeldeten Vergiftungsfälle beim Menschen Zucchini und Kürbisse aus dem privaten Anbau betrafen. Mehr dazu steht im Artikel Ist Hokkaido giftig oder bitter.
Was sich nicht belegen ließ
Ob Hunde die Schale vom Hokkaido vertragen, ließ sich in tierärztlichen Quellen nicht finden. Beim Menschen ist die Schale essbar, das sagt das BZfE, doch das gilt nicht automatisch für den Hund. Auch zu Kürbiskernen für Hunde, zu Welpen und zu den Beschwerden nach dem Fressen eines Zierkürbisses ließ sich keine belastbare tierärztliche Angabe finden. Hat Ihr Hund einen Zierkürbis angefressen oder reagiert er nach dem Kürbis mit Beschwerden, rufen Sie unverzüglich Ihre Tierarztpraxis oder eine Tierklinik an.
Wer Hokkaido für die eigene Küche zubereitet, findet Anleitungen im Artikel Hokkaido kochen. Ähnliche Fragen zu anderen Tieren beantwortet der Artikel Dürfen Kaninchen Hokkaido essen.
Quellen und weiterführende Links
- Tierarztpraxis Grüne Aue: Kürbis in der Tierernährung
- BZfE: Kürbisse: Vom Einkauf in die Küche
- BZfE: Kürbisse: Gesundheit und Umwelt
- Universität Zürich, CliniTox: Pflanzengifte: Allium sp.
- BfR: Vorsicht beim Verzehr von bitteren Zucchini