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Dürfen Kaninchen Hokkaido-Kürbis fressen?

Wie Tierärzte Kürbis für Kaninchen einordnen, wo die Quellen uneins sind und warum Zierkürbis tabu ist.

Zwergkaninchen knabbert ein Stück Hokkaido-Kürbis mit Schale

Hokkaido-Kürbis kann Kaninchen in kleinen Mengen angeboten werden, ist aber kein Hauptfutter. Tierärztliche Fütterungslisten bewerten Kürbis nicht einheitlich: Die Tierklinik Schwarzmann führt ihn unter geeignetem Gemüse, die Liste der Medizinischen Kleintierklinik der LMU München (wiedergegeben von der Tierarztpraxis Dr. Höch) nennt ihn dagegen nur „bedingt geeignet“ und „nur in sehr kleinen Mengen“. Wie gut Kaninchen Kürbis annehmen, ist unterschiedlich: Manche Tiere lassen ihn liegen, andere fressen ihn gern. Eine Quelle dazu gibt es nicht, es ist die Beobachtung von Halterinnen und Haltern.

Probieren Sie es vorsichtig aus und bieten Sie Ihren Haustieren zunächst nur ein kleines Stück Hokkaido an. Das Fruchtfleisch sollten viele Tiere mögen. Das Tiermed-Zentrum Emsdetten rät in seiner Fütterungsempfehlung, Kürbis immer zu schälen und die Kerne zu entfernen. Andere Listen sagen dazu nichts. Der Hokkaido ist für Menschen mit Schale essbar (BZfE), ob das auch für Kaninchen gilt, ließ sich nicht belegen. Manche Halter füttern Stücke aus dem eigenen Garten oder in Bio-Qualität mit Schale und waschen sie vorher gut mit lauwarmem Wasser ab. Wer sichergehen will, schält.

Zu grünen Stellen auf der Schale gibt es für Kaninchen keine Aussage. Bei Menschen gelten sie laut Verbraucherzentrale Bayern als Zeichen für eine noch nicht vollständige Reife und sind unbedenklich, solange es kein Schimmel ist. Wer mehrere Kaninchen zusammen hält, sollte darauf achten, dass jedes Tier nur wenig davon bekommt. Einen ganzen Hokkaido zum Durchnagen in die Gruppe zu geben, passt nicht zu den sehr kleinen Mengen, die die LMU-Liste nennt.

Wie viel Kürbis ist für Kaninchen in Ordnung?

Eine belastbare Gramm-Angabe pro Tier oder Woche haben die geprüften tierärztlichen Quellen nicht. Die Ratgeberseiten, die Mengen nennen, widersprechen sich. Als Rahmen taugt die Grundregel der Tierärzte: Heu ist das Grundnahrungsmittel und soll rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Ob Kürbis bei Kaninchen als Gemüse oder als Obst gilt, handhaben die Listen unterschiedlich. Prozentwerte für Gemüse und Obst in der Tagesration lassen sich nicht ohne Weiteres auf eine tägliche Kürbisportion umrechnen, deshalb steht hier keine. Eine kleine Menge zur Abwechslung ist die vorsichtige Lösung, und bei Fragen zur Menge hilft die Tierarztpraxis.

Neues Futter sollte langsam eingeführt werden, bei Umstellungen über Wochen. Das gilt laut Tierärztinnen und Tierärzten für jedes neue Grünfutter. Beobachten Sie nach der ersten Kürbisgabe den Kot. Falsche Fütterung kann nach der Praxis Dr. Höch Durchfälle auslösen. Frisst ein Kaninchen länger als 24 Stunden nichts, gilt das laut der tierärztlichen Empfehlung von Dr. Teichmann als Notfall. Gehen Sie dann zur Tierärztin oder zum Tierarzt.

Welche Kürbisse kommen infrage?

Die Listen sprechen allgemein von Kürbis und schließen nur Zierkürbisse aus. Zu Hokkaido, Butternut oder Muskatkürbis einzeln machen sie keine Angabe. Alle drei zählen zu den Speisekürbissen. Nach dem BZfE besteht bei Hokkaido, Butternut und Muskatkürbis keine Gefahr, dass sie bitter und giftig werden, weil sie sich nicht mit Zierkürbissen kreuzen.

Winterkürbisse halten sich laut BZfE mehrere Monate an einem dunklen, kühlen Ort. In der Hauptsaison sind Hokkaidos außerdem besonders preiswert. Ein kleiner Vorrat lässt sich also gut halten, wie Sie ihn richtig aufbewahren, steht im Artikel Hokkaido lagern.

Schimmelige oder angefaulte Stücke dürfen Sie nicht verfüttern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schreibt, dass verschimmelte Produkte auf keinen Fall an Tiere gegeben werden sollen, weil Schimmelpilzgifte Tiere genauso schädigen wie Menschen. Woran Sie einen verdorbenen Kürbis erkennen, steht im Artikel Woran erkennt man, dass ein Hokkaido schlecht ist.

Was steckt im Kürbis?

Kürbis enthält nach Angaben des BZfE kleine Mengen an Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Zink sowie B-Vitamine, Vitamin E und Vitamin C. Im Hokkaido steckt viel Beta-Carotin, das ihm die orange Farbe gibt. Das gilt für die Ernährung des Menschen. Ob die Fütterung bei Kaninchen spröde Krallen oder glanzloses Fell verbessert, ließ sich in keiner tierärztlichen Quelle finden. Die Praxis Schwelm führt Kürbis in ihrer Futterpflanzenliste unter den kalziumarmen Gemüsen.

Kürbis besteht zu rund 85 bis 90 Prozent aus Wasser, je nach Quelle. Ist ein Kaninchen übergewichtig, verzichten Sie besser auf Kürbis oder fragen die Tierärztin oder den Tierarzt. Der Rat deckt sich mit der Empfehlung der Tierärzte, bei Übergewicht Obst und Wurzelgemüse zu reduzieren und Heu und wasserhaltiges Gemüse zu füttern. Eine Angabe speziell zu Kürbis gibt es dort nicht.

Was ist mit den Kürbiskernen?

Kürbiskerne sind sehr fetthaltig und nichts, wovon die Tiere sonderlich viel bekommen sollten. Die Tierklinik Schwarzmann zählt sie zu den Leckerlis, nennt sie „sehr fetthaltig“, rät bei Übergewicht ganz davon ab und empfiehlt, sie nicht täglich und nur in geringen Mengen zu geben. Dr. Teichmann erlaubt ergänzend eine kleine Menge Ölsaaten, darunter Kürbiskerne. Mal zwei oder drei getrocknete Kerne als Leckerchen nennen Halter gern, eine solche Zahl steht in den tierärztlichen Quellen allerdings nicht. Das Tiermed-Zentrum rät dagegen, bei Kürbis die Kerne zu entfernen. Im Zweifel lassen Sie sie weg. Nüsse und Sonnenblumenkerne stehen in den Listen als ungeeignet.

Was es mit den Kernen für Menschen auf sich hat, steht im Artikel Hokkaido-Kerne. Für andere Heimtiere gibt es eigene Artikel zu Meerschweinchen und Hunden.

Quellen und weiterführende Links