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Hokkaido schnitzen und dekorieren: geht das?

Ja, ein kleiner Hokkaido lässt sich zur Laterne schnitzen, ist aber schwieriger als Halloweenkürbisse. Das Fruchtfleisch ist essbar.

Kleiner Hokkaido mit ausgeschnittenem Gesicht und Teelicht auf einer Fensterbank

Ja, ein Hokkaido lässt sich zur Laterne schnitzen, aber er ist nicht der leichteste Kandidat. Das BZfE schreibt, dass man mit etwas Geschick auch kleine Kürbisse wie den Hokkaido in eine Laterne verwandeln kann. Sie seien zwar schwieriger zu bearbeiten und hätten weniger Hohlraum, dafür aber viel aromatisches Fruchtfleisch. Wer Dekoration und Genuss verbinden möchte, kann also aus demselben Kürbis erst die Laterne und dann die Suppe machen.

Warum gilt der Hokkaido als schwieriger?

Als Gegenbeispiel nennt das BZfE die Gartenkürbisse, die im Handel oft als Halloweenkürbisse verkauft werden. Diese lassen sich leicht aushöhlen, weil sie nur wenig Fruchtfleisch sowie grobe Fasern und Kerne enthalten. Beim Hokkaido ist es umgekehrt: mehr Fruchtfleisch, weniger Hohlraum. Wie dick die Wand sein sollte, wie tief man schnitzt und welches Werkzeug sich eignet, dazu ließen sich in belastbaren Quellen keine Angaben finden. Das ist Handwerk und Geschmack, und diese Seite gibt dafür keine Zahlen vor.

Was geschieht mit dem Fruchtfleisch?

Die Hokkaido-Schale ist essbar, und auch das Innere ist es. Das BZfE sagt, dass das Fruchtfleisch von Speisekürbissen, die an Halloween zur Dekoration dienen, essbar ist und für viele Gerichte taugt. Das Aushöhlen gelingt mit einem Esslöffel, danach trennt man das Fruchtfleisch von den Kernen und verwertet es direkt für Suppen, Aufläufe, Muffins oder in Brotwaren. Das BZfE rät, schon beim Aushöhlen die festen Stücke für die Küche von den groben Fasern und Kernen zu trennen, die in den Biomüll gehören. Rezepte dafür finden Sie in Hokkaido-Kürbissuppe, die Kerne sind im Artikel Hokkaido-Kürbiskerne beschrieben.

Bevor Sie das Fruchtfleisch kochen, probieren Sie ein kleines rohes Stück. Bitterstoffe, die Cucurbitacine, sind in den Speisekürbissen aus dem Handel normalerweise nicht enthalten, schmeckt das Stück aber bitter, essen Sie nichts davon und entsorgen den ganzen Kürbis. Bei Zierkürbissen gilt dagegen ein grundsätzliches Verbot: Sie enthalten laut BZfE oft hohe Mengen dieser Bitterstoffe und dürfen daher nicht gegessen werden. Wer Hokkaido und Zierkürbisse gemeinsam dekoriert, sollte sie also auseinanderhalten. Mehr dazu steht in Ist Hokkaido giftig oder bitter.

Ob das Fruchtfleisch einer Laterne, in der eine Kerze gebrannt hat, noch bedenkenlos verwendet werden kann, beantwortet keine der gefundenen Quellen. Eine belastbare Angabe dazu ließ sich nicht finden. Das BZfE spricht von der Verwertung des Fruchtfleischs beim Aushöhlen, nicht danach.

Kerze oder LED?

Der Deutsche Feuerwehrverband gibt in seinen Tipps für die Adventszeit allgemeine Regeln für Kerzen, die sich auf die Laterne übertragen lassen. Kerzen gehören in eine standfeste, nicht brennbare Halterung und nicht in die Nähe brennbarer Gegenstände wie Vorhänge oder Geschenkpapier. Wer echte Kerzen anzündet, soll ein Löschmittel bereithalten, etwa einen Wassereimer, einen Feuerlöscher oder Löschspray. Brennt es, soll man nur löschen, wenn es ohne Eigengefährdung möglich ist, andernfalls die Tür schließen, die Wohnung verlassen und den Notruf 112 wählen. Elektrische Kerzen sollten ein Prüfsiegel nach den VDE-Bestimmungen tragen. Auch Streichhölzer und Feuerzeuge sollten kindersicher aufbewahrt werden. Speziell zu Kürbislaternen ließ sich weder bei der Feuerwehr noch bei der Verbraucherzentrale eine Angabe finden. Weil der Hokkaido wenig Hohlraum hat, bleibt für eine Kerze nur wenig Platz. Das folgt aus der BZfE-Angabe zum Hohlraum und ist keine Aussage der Feuerwehr.

Hokkaido als Deko ohne Schnitzen

Ein ganzer, unbeschädigter Hokkaido hält sich nach Angaben des BZfE vier bis fünf Monate, wenn er kühl, dunkel und trocken liegt. Wie lange er in einer warmen Wohnung als Dekoration schön bleibt, sagen die Quellen nicht. Die Lagerregeln finden Sie im Artikel Hokkaido lagern. Das Brauchtumsfest Halloween am 31. Oktober mit ausgehöhlten Kürbissen, geschnitzten Fratzen und Kerzenlichtern stammt laut BZfE aus Irland und ist durch Einwanderer vor allem in den USA verankert.

Quellen und weiterführende Links