
Der Hokkaido-Kürbis wurde auf Japans nördlichster Insel Hokkaido gezüchtet, sagt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Der Kürbis als Pflanze stammt dagegen aus Mittel- und Südamerika. In Deutschland wird der Hokkaido erst seit den 1990er Jahren angebaut, ist heute aber mit Abstand der beliebteste Kürbis im Land.
Woher stammt der Kürbis ursprünglich?
Der Kürbis ist laut BZfE eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde. Alle Kürbisarten stammen aus Mittel- und Südamerika, wo sie schon vor 10.000 Jahren angebaut wurden. Spanische Seefahrer brachten die Samen nach der Entdeckung Amerikas nach Europa. Der Hokkaido gehört zur Art der Riesenkürbisse (Cucurbita maxima). Er ist ein Winterkürbis, lässt sich also monatelang lagern, und er ist nach Angaben des BZfE nicht zuletzt wegen seiner gut essbaren Schale so beliebt. Die meisten anderen Riesenkürbisse haben dagegen eine sehr feste und deshalb ungenießbare Schale.
Was hat Japan mit dem Hokkaido zu tun?
Der Name stammt von der Insel: Hokkaido ist Japans nördlichste Insel, und dort wurde der Kürbis nach Angaben des BZfE gezüchtet. Weil das Klima in Ländern wie Deutschland ähnlich ist, gedeiht er hier gut. Ein Ratgeberportal (Plantura) ergänzt, im 19. Jahrhundert hätten Amerikaner den Vorfahren der heutigen Pflanze auf die Insel gebracht, wo durch Zucht ein intensiverer Geschmack entstand. Das stammt nur aus dieser einen Ratgeberquelle und ließ sich in amtlichen Seiten nicht bestätigen. Wer den Kürbis wann und genau wo gezüchtet hat, lässt sich anhand belastbarer Quellen nicht sagen. Angaben zu Züchter und Jahr, die man auf Händlerseiten findet, wurden hier nicht geprüft und deshalb weggelassen.
Welche anderen Namen gibt es?
In Japan ist der Kürbis laut Plantura nicht als Hokkaido bekannt, sondern als Uchiki Kuri. Die englische Wikipedia führt die Sorte unter Red kuri squash, nennt sie auch Orange Hokkaido squash und gibt weitere Namen an: In Frankreich heißt sie Potimarron, in Großbritannien Onion squash. Das Wort kuri kann in Japan sowohl diesen Kürbis als auch die Kastanie bedeuten. Passend dazu spricht das BZfE von einem kastanienartigen Geschmack, und Ratgeber nennen den Hokkaido Maronen- oder Kastanienkürbis. Ratgeber führen ihn auch unter Red Kuri. Ob Hokkaido und Red Kuri botanisch exakt dieselbe Sorte sind, stellen die Quellen uneinheitlich dar: Eine Fußnote der englischen Wikipedia warnt ausdrücklich davor, Red Kuri und Hokkaido zu verwechseln. Die deutsche Wikipedia beschreibt den Hokkaido als orangefarbene, kleinfrüchtige, lagerfähige Winterkürbis-Sorte mit nussigem Aroma. Einen eigenen Eintrag in der deutschen Wikipedia gibt es dazu nicht, die Beschreibung steht beim Riesen-Kürbis.
Seit wann gibt es den Hokkaido in Deutschland?
Das BZfE nennt die 1990er Jahre als Beginn des Anbaus in Deutschland. Seitdem hat sich viel getan: Die Anbaufläche für Speisekürbis hat sich zwischen 2007 und 2024 vervierfacht. Gut 70 Prozent der Flächen liegen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Daneben gibt es Importe, etwa aus den Niederlanden, Italien und Spanien. Der Hokkaido ist bereits drei Monate nach der Aussaat reif und lässt sich vier bis fünf Monate lagern. Die ersten Früchte aus heimischem Anbau gibt es ab Ende August, Lagerware bis etwa Februar. Wann er im Handel zu haben ist, steht unter Hokkaido-Saison, und wie Sie ihn selbst ziehen, unter Hokkaido anbauen.
Wie unterscheidet er sich von anderen Kürbissen?
Butternut gehört zur Art Moschuskürbis, der Spaghettikürbis zum Gartenkürbis. Die Unterschiede in Geschmack und Küche beschreibt der Artikel Hokkaido, Butternut und Muskat im Vergleich. Nicht belegen ließen sich in den geprüften Quellen Aussprache, Duden-Eintrag, türkische Bezeichnung und japanische Rezepte, auch wenn danach häufig gesucht wird.
Quellen und weiterführende Links
- BZfE: Kürbisse: Auf dem Acker
- BZfE: Kürbisse: Von der Ernte in den Handel
- BZfE: Hokkaido, Butternut und Co.
- Wikipedia: Riesen-Kürbis
- Wikipedia (englisch): Red kuri squash
- Plantura (Ratgeber): Hokkaido-Kürbis pflanzen, ernten und zubereiten