
Hokkaido gilt nach Angaben des BZfE als mild-aromatisch und allgemein gut verträglich, das BZfE nennt Kürbis ein ideales Gemüse für Babys. Das Portal kindergesundheit-info.de führt Kürbis unter den Gemüsen auf, die im ersten Brei die Möhre ersetzen können. Ab wann Ihr Kind Beikost bekommt und wie viel, sollten Sie jedoch mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt besprechen. Dieser Artikel gibt wieder, was Netzwerk Gesund ins Leben, BZfE und kindergesundheit-info.de dazu schreiben, und macht keine eigenen Empfehlungen.
Wann beginnt die Beikost?
Das Netzwerk Gesund ins Leben, das beim BZfE angesiedelt ist, nennt als Zeitfenster für die ersten Löffel Brei den Beginn des 5. bis zum Beginn des 7. Monats. Vor Beginn des 5. Monats sollte ein Baby keine Beikost bekommen, auch wenn es schon reif erscheint. Der richtige Zeitpunkt sei von Kind zu Kind verschieden. Als Zeichen der Bereitschaft nennt das Netzwerk zum Beispiel, dass das Baby den Brei nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund schiebt, den Kopf halten und mit etwas Hilfe aufrecht sitzen kann und den Mund öffnet, wenn der Löffel kommt. Das Portal kindergesundheit-info.de nennt das Fenster etwas anders, nämlich frühestens nach vollendetem vierten Monat und spätestens mit Beginn des siebten Monats. Weil sich die Angaben unterscheiden, ist die Beratung durch die Kinderarztpraxis hier sinnvoll.
Wie sieht der erste Brei aus?
Als erster Brei ist nach dem Netzwerk der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei vorgesehen. Das Fleisch liefert Eisen, das der Körper gut aufnehmen kann. Nach vier bis sechs Monaten sind die Eisenreserven von Babys laut BZfE weitgehend aufgebraucht, und der Bedarf steigt im zweiten Lebenshalbjahr. Ein- bis zweimal pro Woche kann Fisch das Fleisch ersetzen, und auch Vollkornflocken aus Hafer oder Hirse sind laut BZfE eine Alternative. Beim Gemüse sind Eltern nach dem BZfE frei, es muss also nicht die Möhre sein. Wenn ein Kind Karotten nicht verträgt, nennt kindergesundheit-info.de ausdrücklich Kürbis als eine mögliche Alternative.
Das Netzwerk gibt als Rezept für diesen Brei etwa 100 Gramm geputztes Gemüse, 50 Gramm geschälte Kartoffeln, 30 Gramm Fleisch oder Fisch, eineinhalb Esslöffel Fruchtsaft oder Obstpüree und einen Esslöffel Öl an. Die Mengen variierten je nach Alter und Appetit, das Verhältnis bleibe aber gleich. Zubereitet wird der Brei so: Gemüse waschen, putzen und gegebenenfalls schälen, Kartoffeln schälen, beides klein schneiden, mit dem klein geschnittenen Fleisch in wenig Wasser etwa 10 Minuten garen und pürieren. Zum Schluss wird Rapsöl untergerührt, und ist der Brei zu fest, kommt etwas Wasser dazu. Zum Start reichen dem Baby nach dem Netzwerk ein paar Löffel Gemüsepüree, danach folgen Kartoffeln und etwas Öl, später Fleisch und Obstsaft. Die Hokkaido-Stücke ersetzen in diesem Rezept das Gemüse.
Muss die Schale ab?
Das BZfE schreibt, dass der Hokkaido generell nicht geschält werden muss, weil die Schale beim Garen weich wird. Das gilt aber für die normale Küche und nicht ausdrücklich für Babybrei. Das Netzwerk nennt im Rezept, dass Gemüse gegebenenfalls geschält wird. Eine belastbare Angabe dazu, ob die Schale im Babybrei bleiben sollte, ließ sich nicht finden. Wie sich der Kürbis mit oder ohne Schale verarbeiten lässt, steht im Artikel Hokkaido schälen.
Würzen, Honig und Bitterstoffe
Salz, Zucker und andere Süßungsmittel gehören nach dem Netzwerk nicht in den Brei. Das BZfE weist darauf hin, dass Eltern die Gemüsekomponente vom eigenen Essen abzweigen und pürieren können, dann aber ungesalzen. Zu Gewürzen wie Curry, Ingwer oder Muskat, die in vielen Kürbisrezepten stehen, ließ sich keine belastbare Aussage finden. Kürbissuppen für Erwachsene, wie die in Hokkaido-Kürbissuppe, sind nicht für Babys geschrieben. Honig, der in manchen Kürbisrezepten vorkommt, sollte nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nicht an Säuglinge unter einem Jahr gegeben werden, weil er Sporen enthalten kann, die Säuglingsbotulismus auslösen.
Wichtig ist außerdem der Geschmackstest. Bitterstoffe in Kürbissen sind nach BZfE für Kinder wegen des geringeren Körpergewichts besonders gefährlich. Normale Speisekürbisse aus dem Handel enthalten sie in der Regel nicht, trotzdem rät das BZfE, vor dem Zubereiten ein kleines rohes Stück zu probieren und den ganzen Kürbis zu entsorgen, wenn es bitter schmeckt. Mehr dazu in Ist Hokkaido giftig oder bitter.
Frisch zubereiten oder einfrieren?
Die Handlungsempfehlungen des Netzwerks sagen, dass die Mahlzeiten am besten frisch zubereitet werden sollen. Das Einfrieren des Gemüse-Kartoffel-Fleisch- beziehungsweise Fisch-Breis sei möglich. Für selbst gekochten Brei nennt das Netzwerk Gesund ins Leben (gemeinsam mit der BLE, 2023) eine Haltbarkeit von einem Tag im Kühlschrank und bis zu zwei Monaten tiefgefroren bei minus 18 Grad. Der Brei soll nach dem Kochen sofort heruntergekühlt, in geeignete Gefäße gefüllt, beschriftet und einzeln eingefroren werden, und aufgetaute Breie dürfen nicht wieder eingefroren werden. Die dort genannten ein bis drei Tage gelten für geöffnete Fertiggläschen, nicht für selbst gekochten Brei. Angaben zum Einkochen von Babykost in Gläsern ließen sich nicht finden und fehlen deshalb. Wer Hokkaido für die Familie einkocht, findet die Sicherheitsregeln in Hokkaido einkochen und einlegen. Das BZfE erwähnt noch, dass industrielles Kürbismus als Babynahrung aus tiefgefrorenem Kürbis hergestellt wird. Gekaufte Breie sollten laut Netzwerk Zutaten haben, die denen zum Selbstkochen entsprechen.
Wer neben dem Löffelbrei auch Stücke anbieten möchte, sollte beachten, dass nach den Handlungsempfehlungen harte Gemüsestücke, zum Beispiel von Wurzelgemüse, und Nüsse aspiriert werden und zum Ersticken führen können. Das Netzwerk rät, sie unbedingt zu meiden. Ob und wie weich Kürbisstücke dafür geeignet sind, beantworten die Quellen nicht, auch das gehört in die Beratung der Kinderärztin oder des Kinderarztes.
Quellen und weiterführende Links
- Netzwerk Gesund ins Leben: Reif für die Beikost
- Netzwerk Gesund ins Leben und BLE: Was gibt's auf den Löffel? (PDF, 2023)
- Netzwerk Gesund ins Leben: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
- Netzwerk Gesund ins Leben: Handlungsempfehlungen: Abfolge und Auswahl der Beikost
- BZfE: Babys erster Brei
- kindergesundheit-info.de: Beikost einführen
- BZfE: Kürbisse: Gesundheit und Umwelt
- BZfE: Kürbisse: Von der Ernte in den Handel
- BZfE: How-to: Kürbis
- BfR: Fragen und Antworten zum Botulismus