Zum Inhalt springen

Hokkaido schälen: muss man das?

Nein, die Schale ist essbar. Wann sich das Schälen trotzdem lohnt, was grüne Stellen bedeuten und wann ein Kürbis bitter ist.

Nein, einen Hokkaido müssen Sie nicht schälen. Die Schale ist essbar, und der Hokkaido schmeckt leicht nussig. Das ist einer der Gründe, warum der Hokkaido im Herbst so oft im Einkaufskorb landet: Er ist schnell zubereitet, weil Waschen, Halbieren und Entkernen genügen. Ob Sie die Schale trotzdem entfernen sollten, hängt vom Gericht ab und davon, wer mitisst.

Muss man Hokkaido schälen?

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) schreibt es unmissverständlich: Der Hokkaido ist schnell auf dem Tisch, weil er nicht geschält werden muss. Die meisten anderen Kürbissorten haben dagegen eine so harte Schale, dass man sie vor dem Kochen entfernt oder die Stücke samt Schale im Ofen backt. Beim Butternut ist die Schale zwar dünn, aber härter als beim Hokkaido. Das BZfE empfiehlt deshalb, sie dort mit einem Sparschäler abzuziehen.

Die Schale des Hokkaido ist also kein Abfall, sondern ein Teil des Gemüses. Nach Angaben des BZfE steckt viel Beta-Carotin vor allem in der leuchtend orangen Schale. Wer sie wegschneidet, verzichtet damit auf einen Teil davon. Wie viel das ausmacht, lässt sich pauschal nicht sagen, eine Mengenangabe finden Sie hier deshalb nicht.

Wann Sie den Hokkaido trotzdem schälen können

Es gibt keine Vorschrift, die Schale zu essen. Ob Sie sie dranlassen, ist Geschmackssache, und für ein paar Fälle gibt es gute Gründe, sie zu entfernen. Das sind keine Regeln aus einer Quelle, sondern Küchenpraxis, die Sie nach Ihrem Gefühl handhaben dürfen.

Bei einer sehr feinen, ganz glatten Suppe stört die Schale manche Leute, weil sie sich selbst im Mixer nicht völlig auflöst und der Suppe eine leicht körnige Struktur geben kann. Wer eine seidige Creme möchte, schält vorher oder siebt die Suppe durch. Auch bei Gerichten mit kurzer Garzeit, etwa dünnen Scheiben in der Pfanne, bleibt die Schale fester als in einer lange gegarten Suppe oder einem Ofengericht. Hier entscheidet Ihr Biss: Wem sie zu zäh ist, schält einfach.

Eine Ermessensfrage ist auch der Babybrei. Manche Ratgeber halten die Schale im pürierten Brei für kaum spürbar, andere raten gerade zu Beginn der Beikost zum Schälen, weil die Schale zusätzliche Ballaststoffe mitbringt, die sehr kleine Kinder nicht immer gut vertragen. Eine belastbare Empfehlung ließ sich dazu nicht finden. Klären Sie den Beikoststart und die Zubereitung deshalb mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.

Schließlich gilt: Eine Schale mit Faulstellen, Schimmel oder matschigen Bereichen gehört weg, und gemeinsam mit der Schale meist auch das Fruchtfleisch darunter. Das hat aber mit dem Schälen im eigentlichen Sinn nichts zu tun. Woran Sie einen schlechten Kürbis erkennen, steht im Artikel Woran erkennt man, dass ein Hokkaido schlecht ist.

Waschen statt schälen

Wer die Schale mitisst, sollte den Kürbis vorher gründlich unter fließendem Wasser abbürsten, denn er kommt mit Erde und Staub vom Feld oder aus dem Lager. Mehr braucht es nicht. Zum Halbieren legen Sie den Kürbis auf ein rutschfestes Brett, setzen ein großes, scharfes Messer am Stiel an und drücken es nach unten durch. Das ist bei einem harten Kürbis die eigentliche Arbeit, nicht das Schälen. Die Kerne und das fasrige Innere holen Sie danach mit einem Löffel heraus. Mehr dazu steht im Artikel Hokkaido schneiden, halbieren und entkernen.

So schälen Sie einen Hokkaido, wenn Sie möchten

Die Schale ist fest, aber dünn. Am einfachsten gelingt es, wenn Sie den Kürbis zuerst halbieren, entkernen und in Spalten schneiden. Dann legen Sie jede Spalte mit der Schale nach unten auf das Brett und schneiden mit einem kleinen, scharfen Messer in einer ruhigen Bewegung entlang der Rundung. Ein breiter Sparschäler schafft bei glatten Stellen ebenfalls etwas, kommt aber auf der gerippten Oberfläche schnell an seine Grenzen. Gehen Sie langsam vor und schneiden Sie vom Körper weg, denn das Messer rutscht auf der glatten Schale leicht ab.

Gibt es ein Rezept, bei dem der Kürbis ohnehin als Ganzes oder halbiert im Ofen gart, können Sie das Fruchtfleisch hinterher einfach aus der Schale löffeln. Das spart das Schneiden an der rohen, harten Schale ganz.

Kann man Hokkaido roh essen?

Ein kleines rohes Stück gehört bei Kürbisgewächsen ohnehin zum Handwerk: Das BZfE rät, vor dem Verarbeiten immer ein kleines, frisches Stückchen roh zu probieren. Schmeckt es bitter, spucken Sie es sofort aus und entsorgen den Kürbis. Mehrere Ratgeber nennen den Hokkaido außerdem für Rohkost geeignet, etwa fein geraspelt im Salat. Eine amtliche Empfehlung ließ sich dazu nicht finden, die Aussage beruht also auf Ratgebern.

Grüne Stellen: Ist der Hokkaido noch essbar?

Manchmal liegen im Supermarkt Hokkaidos, die nicht nur orange sind, sondern grüne Flecken haben. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Bayern, die in einem t-online-Beitrag zitiert wird, sind solche Kürbisse bedenkenlos essbar, solange es kein Schimmel ist. Die grünen Stellen deuten darauf hin, dass der Kürbis noch nicht vollständig ausgereift ist. Anders als bei Tomaten oder Kartoffeln steckt dort kein Solanin dahinter. Solche Exemplare sind nicht so lange haltbar wie ein voll ausgereifter Hokkaido, Sie sollten sie also eher verbrauchen. Die Schale können Sie dranlassen, der Geschmack ist nach diesen Angaben wie bei einem durchgehend orangen Kürbis.

Manchmal stecken auch Viren dahinter, die meist Blattläuse übertragen. Der Kürbis kann dann beulig aussehen, ist aber ebenfalls essbar. In äußerst seltenen Fällen kann eine Verfärbung etwas mit einer Kreuzung mit giftigen Zierkürbissen zu tun haben. Bei Ware aus dem Handel soll das nicht passieren, ein kurzer Geschmackstest mit einem kleinen Stück gibt Ihnen aber Sicherheit.

Und die Kerne?

Die Kerne des Hokkaido sind zwar essbar, haben aber meist eine feste, strohige Schale, die nach Angaben des BZfE nicht gut schmeckt. Wer mag, kann sie im Ofen oder in der Heißluftfritteuse rösten und selbst entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt.

Quellen und weiterführende Links